Galerie Beatrice Brunner
  

1421 (25.3.2015), Öl auf Holz, 132 x 66 cm


Leopold Schropp

*1939 in München; lebt und arbeitet in Worb

Leopold Schropp ist ein Fragender. In seinem langjährigen Schaffen ist die Farbe das zentrale Thema. Es ist das stetige Suchen nach dem Gleichgewicht von Farbe und Rhythmus, welches ihn interessiert. Ein Bild ist beendet, wenn er die gelungene Harmonie der Farben wie in der Natur gefunden hat, wie er selber sagt.

Die abstrahierten Impressionen der Natur reihen sich in eine Tradition, die bei den Impressionisten einsetzt, man denke beispielsweise an das Zusammenspiel von Farbflächen und Farbflecken auf den Seerosenbildern von Claude Monet. In den späten 1940er Jahren führt die ungegenständliche Malerei weiter zum Abstrakten Expressionismus und zur amerikanischen Farbfeldmalerei, wovon sich Schweizer Künstlerinnnen und Künstler gleichermassen inspirieren liessen. Wiederholt tauchen solche Tendenzen auch bei Künstlerinnen und Künstlern auf, die hier in der Galerie vertreten sind. Leopold Schropps Bilder erinnern einerseits an jene abstrakte, flächige Malerei, deren Farbkraft aus der Zweidimensionalität hinaus tief in den Raum hinein wirkt; andererseits erzeugen sie durch ihre Malweise und Farbigkeit eine einzigartige, atmosphärische Dichte.

Der Bildträger, das Format sind sorgfältig gewählt und dann beginnt eine Reise. Die Reise ist einmal kürzer und einmal länger. Der Künstler malt im Gleichklang mit seinem Atem und mit dem sich daraus entwickelnden Gestus. Es ist ein Zusammenspiel der inneren Empfindung, der Erinnerung an die Farben der Natur sowie der Bewegung mit dem Pinsel oder dem Spachtel, was zu einer Bildkomposition führt und somit zum Inhalt des Werkes.

Die Bilder der neuen Serie in der aktuellen Ausstellung sind alle mit dem Spachtel entstanden. Der Aufbau der Bildkomposition ist die Gegenüberstellung zweier oder mehrerer Farbfelder. Das Auftragen der Farbe mit dem Spachtel erlaubt dem Künstler untere, andere Farb-Schichten auch wieder freizulegen. Daraus entsteht ein Rhythmus sowohl der Farbe wie auch im Duktus. Beim Betrachten erschliessen sich uns Farbklänge, ein Wechselspiel zwischen den beiden Farbfeldern wie auch ein Einklang der Ganzheit der Komposition.

Es ist ein physisches und geistiges Erleben von Farbe und ich erkläre mir die Faszination der Bilder von Leopold Schropp mit der Leichtigkeit und der Harmonie des Findens eines fast schwebenden Gleichgewichts von Farbe.

Béatrice Brunner, 2015

Website des Künstlers: www.schropp.ch

 
   
Galerie Béatrice Brunner

Bern: Nydeggstalden 26 | CH-3011 Bern
Donnerstag & Freitag / Thursday & Friday 14 - 18 Uhr / 2-6 pm
Samstag / Saturday 12 - 16 Uhr / 12am-4pm

Bruxelles: RIVOLI Building | Chaussée de Waterloo 690 | BE-1180 Uccle Bruxelles
Freitag & Samstag / Friday & Saturday 13 – 18 Uhr / 1 - 6 pm